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Gestalten
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Trainings, Seminare, Workshops Veränderungsprozesse begleiten Zukunft gestalten

Gestalten

Beitragsbild Blog Gestalten

Mein Fokus für 2026

Gestalten ist eine Tätigkeit, ein Tätigkeitswort, kein Pseudo-Wunsch und auch kein dekoratives Beiwerk.
Es ist ein Wort, das zeigt, das wir Verantwortung übernehmen, aktiv sind und zur Zukunft stehen.

In Zeiten von Unsicherheit, Beschleunigung und Komplexität wird viel reagiert, optimiert, angepasst. Gestaltet wird – aus meiner Sicht – zu wenig, dabei ist genau das die Fähigkeit, die wir jetzt brauchen: bewusst Form geben, Sinn erzeugen und Räume öffnen, in denen Menschen wirksam werden können.

2026 stelle ich deshalb dieses Wort, mit seiner ganzen Bedeutung, in den Mittelpunkt meiner Arbeit: GESTALTEN.

Was bedeutet „gestalten“ eigentlich?

Das Wort gestalten stammt vom althochdeutschen gistaltōn, d.h. Form geben, etwas sichtbar machen, etwas in eine erkennbare Gestalt bringen.
Gestalten bedeutet nicht, aus dem Nichts etwas zu erschaffen. Es bedeutet, Vorhandenes bewusst zu ordnen, zu strukturieren, zu interpretieren und in eine stimmige Form zu bringen.

Gestalten verbindet:

  • Denken und Handeln
  • Kopf, Herz und Hand
  • Analyse und Kreativität
  • Klarheit und Zuversicht

Und genau deshalb ist Gestalten für mich der Schlüsselbegriff für Lernen, Veränderung und Zukunft.

Ich zeige dir hier 5 Felder, in denen Gestalten für mich relevant ist und für dich relevant(er) werden kann.

A. Seminare und Trainings gestalten: Räume für freudvolles, wirksames Lernen

Ein gutes Training ist kein Zufallsprodukt. Es ist gestaltet.

Gestalten heißt hier: Lernziele klären, Dramaturgie entwickeln, Methoden auswählen, Übergänge bewusst setzen und einen Raum schaffen, in dem Lernen möglich wird, fachlich wie (zwischen-)menschlich.

Praxisbeispiel:
In einer Train-the-Trainer-Ausbildung habe ich gemeinsam mit den Teilnehmenden ein komplettes Seminardesign visuell auf einem großen Wandbild entwickelt. Inhalte, Methoden, Energiephasen und Transferpunkte wurden nicht nur geplant, sondern sichtbar gestaltet. Das Ergebnis: Die Teilnehmenden konnten ihr eigenes Training anschließend sicher durchführen, weil sie die innere Logik des Trainingsdesigns verstanden haben, und nicht nur die Methode.

Gestaltung schafft hier Orientierung, Sicherheit und Wirksamkeit.

B. Projekte und Changeprozesse gestalten: Komplexität handhabbar machen

Veränderung passiert nicht automatisch. Sie braucht Gestaltung.

In Projekten und Change-Prozessen bedeutet Gestalten, Komplexität zu strukturieren, Beteiligung zu ermöglichen und Richtung erkennbar zu machen, und das Ganze ohne falsche Vereinfachung.

Praxisbeispiel:
In einem organisationsweiten Veränderungsprozess haben wir den gesamten Change visuell als „Reise“ aufbereitet: mit Etappen, Entscheidungsstellen, offenen Fragen und klaren Verantwortlichkeiten. Die Visualisierung wurde zum gemeinsamen Referenzpunkt für Führungskräfte und Teams.
Gestaltung machte den Prozess besprechbar, anschlussfähig und gestaltbar, statt diffus und überfordernd durch die Zeit zu wabern.

C. Medien gestalten: von Flipchart, digitalen Skizzen bis zum Buch

Medien sind nie neutral. Sie gestalten Perspektiven und geben Struktur oder sie verwirren.

Gestalten heißt hier: Inhalte so aufzubereiten, dass sie verstanden, erinnert und weitergedacht werden können. Gute Gestaltung ist kein Schmuck, sondern Übersetzungsarbeit.

Praxisbeispiel:
In meinen Trainings arbeite ich mit handgezeichneten Flipcharts im Stil von BettinasArt. Die Visualisierungen entstehen oft live, aus dem Gespräch heraus. Teilnehmende erleben, wie Gedanken Form annehmen. Viele berichten später, dass sie sich genau an diese Bilder erinnern, wenn sie das Gelernte in die Praxis übertragen.

Gestaltung wird hier zum Verstärker von Lernen und Praxistransfer.

D. Gestalten in der Berliner U-Bahn – Charaktere und Gestalten im öffentlichen Raum

Ein Perspektivwechsel gefällig: Gestalten endet nicht am Seminarraum, die andere Seite sind die Gestalten im Alltag.

Mich interessiert besonders, was passiert, wenn ich meinen Blick weite und dies genau dort, wo niemand damit rechnet, im Alltag, im öffentlichen Raum. Ich kann nicht anders, ich sehe täglich Gestalten, Charaktere, Menschen, die ich in einem neuen Gewand gestalte, als Vierbeiner oder Zweibeiner, als tierische Charaktere.

Praxisbeispiel:
Illustrationen zum Thema „Gestalten“ in der Berliner U-Bahn: Hund, Katze, Maus… oder Tapir, Eichhörnchen, Wildschwein… Ich gestalte kleine visuelle Impulse, die Menschen erreichen, die ihnen Freude bereiten und die sie, dann und wann, spiegeln…

Keine Anleitungen, keine Parolen, sondern Gestalten, Bilder, Gedankenanstöße.
Gestalten wird hier bzw. Gestalten werden hier zu einer stillen Einladung: Was denkst du gerad? Was gestaltest du morgen? Und was könnte möglich sein?

E. Zukünfte gestalten: kreativ, vielfältig und zuversichtlich

Gestalten ist für mich immer zukunftsgerichtet.

Nicht im Sinne von Prognosen, sondern im Sinne von Handlungsfähigkeit. Zukunft entsteht dort, wo wir Menschen uns etwas zutrauen, und Einfluss nehmen, im Kleinen wie im Großen.

Praxisbeispiel:
In einem Zukunftsworkshop haben Teilnehmende ihre gewünschte Arbeitswelt in Bildern, Metaphern und kurzen Texten gestaltet. Diese Zukunftsbilder wurden anschließend zu Postkarten gedruckt und mit in den Alltag genommen.
Die Karten wirkten weiter als Erinnerung, als Gesprächsanlass, als Kompass, manchmal auch als Zwischenmotivation.

Gestaltung macht Zukunft vorstellbar und damit erreichbar(er).

Gestalten als Haltung

Wenn ich zusammenfasse, Gestalten heißt für mich:

  • Verantwortung übernehmen
  • nicht nur reagieren, sondern entscheiden
  • nicht perfekt sein, sondern wirksam
  • Zuversicht sichtbar machen

2026 wird für mich ein Jahr des Gestaltens, in Seminaren, Projekten, Medien, Bildern und öffentlichen Räumen.
Nicht, weil alles gestaltbar ist, sondern weil dort, wo wir gestalten, Zukunft beginnt.

Über die Autorin

Dr. Bettina Ritter-Mamczek ist promovierte Kommunikationswissenschaftlerin und gestaltet seit mehr als 30 Jahren als Trainerin, Moderatorin und Autorin Lehr-Lernprozesse. Dabei greift sie auf ihre Erfahrungen, ihren umfangreichen Methodenwerkzeugkasten und ihr kreatives Potential zurück. Sie initiiert stets wirksame und freudvolle Settings und gestaltet mit Gruppen, Teams und Einzelpersonen Zukünfte in ganz unterschiedlichen Themen- und Arbeitsfeldern. Sie lebt in Berlin und führt mit ihrer Kollegin Andrea Lederer die Geschäfte der splendid-akademie GmbH.