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19 Jahre splendid-akademie
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Zukunft gestalten

19 Jahre splendid-akademie

Blog Sweet Nineteen

Unsere Erfahrung ist ein Sprungbrett.

19 Jahre splendid-akademie – wow

Ich habe versucht, mir vorzustellen, was wir vor 19 Jahren wohl gedacht hätten, wenn uns jemand erzählt hätte, wie wir heute arbeiten. Dass wir Menschen online trainieren, die hunderte Kilometer voneinander entfernt sitzen. Dass wir mit einem Stift auf einem Tablet zeichnen und die Bilder Sekunden später irgendwo auf der Welt landen können. Dass aus meiner Leidenschaft fürs Visualisieren irgendwann BettinasArt und sogar eine kleine Galerie entstehen würde. Dass wir über Future Skills, hybride Zusammenarbeit und Resilienz sprechen. Und dass eine KI mit am Schreibtisch sitzt, Ideen produziert, Texte kommentiert, Fragen stellt und uns manchmal widerspricht. Wobei Letzteres inzwischen ausdrücklich erwünscht ist. Vermutlich hätten wir 2007 einiges davon ziemlich verrückt gefunden.

Andererseits: Verrückte Ideen fanden wir schon immer interessant. Genau deshalb sind 19 Jahre ein guter Moment, nicht nur Kerzen auszupusten, sondern einmal zu fragen: Was hat uns eigentlich bis hierher gebracht?

Wir sind nicht mehr die splendid-akademie von 2007

Zum Glück, ich finde diesen Gedanken so wichtig. Denn bei Jubiläen wird gern gefeiert, wie lange etwas schon besteht. Ja, 19 Jahre am Markt. 19 Jahre Erfahrung. 19 Jahre Kund*innen. 19 Jahre Projektarbeit. 19 Jahre an der Spree… Alles richtig.

Nur ganz unter uns: Wenn wir nach 19 Jahren noch genauso arbeiten würden wie am Anfang, wäre das kein Grund zum Feiern. Es wäre eher ein Grund zur Sorge. Die Welt um uns herum hat sich verändert. Arbeit hat sich verändert. Lernen hat sich verändert. Kommunikation hat sich verändert. Menschen haben sich verändert. Und die Geschwindigkeit, mit der all das passiert, sowieso.

Also haben auch wir uns verändert, manchmal geplant, manchmal mutig, manchmal begeistert und manchmal mit einem leichten: „Okay. Dann machen wir DAS jetzt also auch.“

splendid war nie fertig

Unsere wichtigste Erkenntnis aus 19 Jahren: Man kann ein Unternehmen gründen. Doch man sollte es niemals fertig bauen oder „damit fertig sein“. Ja, wir haben immer wieder Dinge ausprobiert – neue Trainingsformate, neue Methoden, neue Technologien, neue Themen, neue Formen des Lernens.

Wir haben Präsenztrainings geliebt – und tun es noch. Dann kam digitales Lernen dazu: Live-Online. Blended Learning, hybride Formate, Videos, Learning Nuggets, digitale Kollaboration… Und dann KI. Wir haben nicht bei allem sofort „Hurra!“ gerufen, das wäre auch nicht glaubwürdig. Doch wir haben fast immer „Juchuuu, lass es uns antesten“ gerufen…

Ja, wir haben fast immer gefragt: Was steckt da drin? Was könnte das fürs Lernen bedeuten? Was wird dadurch möglich? Was sollten wir Kund*innen anbieten, in unseren Trainingsangeboten und Arbeitsweisen integrieren?
Und – mindestens – genauso wichtig ist bis heute: Was davon brauchen wir vielleicht auch nicht? Denn Zukunft gestalten bedeutet für mich nicht, jedem neuen Trend hinterherzulaufen, sonst braucht man irgendwann ziemlich gute Laufschuhe. Zukunft gestalten bedeutet, neugierig genug zu bleiben, Neues anzuschauen und selbstbewusst genug, auch einmal zu sagen: Nö. Passt nicht zu uns.

Anpassen reicht uns nicht

Natürlich haben wir uns in 19 Jahren an der einen und anderen Stelle angepasst. Doch uns war immer klar: Anpassen ist noch nicht Gestalten. Anpassung beginnt, wenn sich etwas verändert und wir darauf reagieren. Gestalten beginnt früher. Gestalten fragt: Was kommt da auf uns zu? Was könnte daraus entstehen? Was sollten wir heute ausprobieren, damit wir morgen nicht nur hinterherlaufen? Was müssen wir vielleicht sogar verlernen? Und: Was wollen wir selbst daraus machen? Was wollen wir unseren Kund*innen dazu anbieten? Das ist für mich ein entscheidender Unterschied.

Wir wollen Zukunft nicht vorhersagen. Das können wir auch nicht. Wir wollen sie mitgestalten, mit Ideen, mit Fragen, mit Experimenten, mit Menschen und mit unserem ziemlich großen Methodenwerkzeugkasten.

Manche Dinge beginnen ziemlich klein

BettinasArt zum Beispiel. Ich habe schon immer visualisiert, für Trainings, für Workshops, für Vorträge, für komplexe Themen. Ein Bild hier, eine Figur dort, ein Flipchart, eine kleine visuelle Idee. Ja, ich wollte und will Dinge sichtbar machen. Denn, wenn ich etwas zeichnen kann, kann ich es häufig auch besser verstehen. Irgendwann wurde aus dem Visualisieren mehr. Ich zeichnete digital und experimentierte, entwickelte einen eigenen Stil. Aus meinen Bildern wurden Bildwelten, aus Visualisierungen wurden Illustrationen. Und aus meiner Leidenschaft, die meine Arbeit schon lange begleitet hatte, wurde BettinasArt. Heute hängen Flipcharts und Bilder von mir in jedem unserer Workshop, in Meetings, Moderationen, und auch in unserer splendid Pop-Up-Galerie.

Hätte ich das 2007 in unseren Businessplan geschrieben? Ganz sicher nicht. Zum Glück! Denn nicht jede gute Entwicklung lässt sich fünf Jahre vorher in eine Excel-Tabelle schreiben. Manche Zukunft beginnt einfach damit, dass man etwas ausprobiert und merkt: Da will etwas „raus“ in die Welt, da will ich selbst mehr von!

Und dann kam KI

Natürlich, man kommt 2026 kaum durch einen Blogbeitrag über Zukünfte und Rückblicke, Ausblicke, ohne irgendwann bei künstlicher Intelligenz zu landen. Auch wir nicht. Mich fasziniert daran etwas anderes als die nächste Liste mit „10 Tools, die du unbedingt kennen musst“. Mich beschäftigt eine viel grundsätzlichere Frage: Was passiert mit unserem Denken, wenn Maschinen immer besser darin werden, uns Antworten zu liefern? Genau deshalb beschäftigen wir uns bei splendid intensiv mit „Denken neu lernen“.

Ich glaube, dass eine der wichtigsten Zukunftskompetenzen gar nicht ist, KI möglichst perfekt bedienen zu können, sondern es die Fähigkeit, trotz KI – und mit KI – gut zu denken. Ja, selbst denken und besser fragen. Anders denken und Annahmen prüfen. Vorausdenken und gemeinsam weiter-denken. Und über das eigene Denken nachdenken.

Ich finde das herrlich paradox: Wir verfügen über eine Technologie, die uns in Sekunden Antworten liefert – und plötzlich werden gute Fragen noch wichtiger. Das gefällt mir. Fragen waren schließlich schon immer eines meiner liebsten Arbeitsmaterialien, direkt nach Stiften.

Und noch was

Wir haben übrigens nicht alles richtig gemacht. Auch das gehört zu 19 Jahren. Es gab Ideen, von denen wir überzeugt waren – bis die Realität höflich anderer Meinung war. Methoden, die auf dem Papier fantastisch aussahen und mit echten Menschen plötzlich eher so mittel. Tools, für die wir uns begeistert haben und deren Namen heute vermutlich nicht einmal mehr Google zuverlässig findet. Konzepte, die wir geändert haben, Pläne, die wir verworfen haben. Und es gab auch den einen oder anderen Moment, in dem Andrea und ich unterschiedlich auf eine Idee geschaut haben. Was übrigens meistens ziemlich hilfreich ist…

Denn 19 Jahre splendid sind auch 19 Jahre unterschiedliche Perspektiven: Struktur und Spontaneität, Analyse und Bild, Ordnung und Ideenfeuerwerk. Der Wunsch, Dinge sehr gründlich zu durchdenken – und der Impuls: „Komm, wir probieren das jetzt einfach mal aus.“ Ich verrate nicht, wer von uns welchen Satz häufiger sagt. Wer uns kennt, hat vermutlich ohnehin eine Vermutung.

Wir sind uns sicher, das ist genau die Zukunftsfähigkeit

Lange dachte man bei Zukunftsfähigkeit vor allem an Strategie. Heute denke ich: Zukunftsfähigkeit zeigt sich viel stärker im Alltag, nämlich darin, wie neugierig wir bleiben und wie schnell wir lernen. Wie bereit wir sind, eine liebgewonnene Methode loszulassen und wie wir mit Fehlern umgehen. Auch, ob wir Widerspruch zulassen, ob wir uns trauen, etwas auszuprobieren, obwohl wir noch nicht wissen, ob es funktioniert. Und ob wir irgendwann merken: Das, was uns hierher gebracht hat, bringt uns vielleicht nicht automatisch weiter. Das gilt für Menschen, für Teams, für Organisationen, für unsere Gesellschaft und natürlich auch für uns.

Was sich bei uns nie verändert hat

Bei all der Veränderung gibt es einen Kern, der erstaunlich stabil geblieben ist: Wir wollen Menschen ins Tun bringen. Nicht zwei Tage Weiterbildung, drei Arbeitsblätter, ein freundliches Feedback – und Montag weiter wie vorher.

Wir wollen, dass etwas hängen bleibt: Ein Gedanke, eine Frage, ein Bild, eine Methode, ein kleiner Perspektivwechsel und am besten dieser eine Moment, in dem jemand denkt: „Ach, so werde ich es auch machen, und zwar gleich morgen.“ Darum geht es uns, seit 19 Jahren: Methoden verändern sich, Medien verändern sich, Technologien verändern sich, unsere Themen verändern sich.

Doch Menschen wollen verstehen, mitgestalten, ausprobieren und Wirkung erleben. Das war 2007 so, und ich wage die Prognose: Das wird auch 2037 noch so sein.

Erfahrung ist kein Sessel zum Ausruhen

Nach 19 Jahren könnten wir es uns nun natürlich bequem machen. Wir haben Erfahrung. Wir haben einen großen Methodenfundus. Wir wissen ziemlich gut, was funktioniert. Doch genau da wird Erfahrung gefährlich. Wenn aus „Das haben wir schon einmal erlebt“ irgendwann „Das haben wir schon immer so gemacht“ wird. Diesen Satz möchte ich bei splendid möglichst nie hören. Deshalb ist Erfahrung für mich kein Sessel, in den man sich gemütlich hineinsetzt. Erfahrung ist unser Sprungbrett. Sie gibt Sicherheit für den nächsten Sprung. Und wir sind schon im Anlauf…

Also: Happy Birthday, splendid! 19 Jahre. Ich bin glücklich über das, was entstanden ist, über Menschen, die uns begleitet haben. Über Kund*innen, die uns Vertrauen geschenkt haben, über Teilnehmer*innen, die sich auf unsere manchmal etwas ungewöhnlichen Methoden eingelassen haben, über unsere Fülle an Ideen, die funktioniert haben und sogar über einige, die es nicht getan haben.

Ich bin happy über sehr viele Flipcharts, sehr viele leere Stifte, unfassbar viele Fragen und auf Andrea und mich, die nach 19 Jahren immer noch Lust haben, Neues auszuprobieren.

Aber am meisten freue ich mich gerade nicht über das, was hinter uns liegt. Sondern über das, was vor uns liegt. Denn die Arbeits- und Lernwelt verändert sich gerade so rasant. KI fordert unser Denken heraus. Organisationen suchen neue Antworten auf Veränderung. Menschen brauchen Zuversicht, Orientierung, Kreativität und die Fähigkeit, in Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben.

Kurz gesagt: uns wird die Arbeit nicht ausgehen. Das ist sehr beruhigend. Und deshalb stoßen wir heute auf 19 Jahre splendid-akademie an. Nicht nur auf das, was war. sondern auf das, was noch nicht da ist. Auf Ideen, die wir noch nicht hatten, auf Methoden, die wir noch nicht kennen, auf Fragen, die noch niemand gestellt hat. Und auf den Mut, auch nach 19 Jahren immer wieder Anfängerinnen zu sein und neugierig zu bleiben.

Denn Zukunft passiert sowieso. Ja, also gestalten wir sie lieber mit.

Und zu guter Letzt, ich wünsche mir

Ja, ich wünsche mir, dass wir nach 19 Jahren immer noch neugierig bleiben und dass wir uns weiter verändern. Dass wir Dinge entdecken, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass sie einmal zu splendid gehören werden. Ich wünsche mir mehr denn je, dass wir mutig sind, dass wir Ideen verwerfen, Neue entwickeln, dass wir uns widersprechen, dass wir stark genug bleiben, Anfängerinnen zu sein und dass wir weiterhin lieber eine gute Frage stellen, als uns mit einer schnellen Antwort zufriedenzugeben.

Denn gerade jetzt verändert sich unglaublich viel: Lernen, Arbeiten, Führung, Kommunikation, Technologie, und unser Umgang mit Wissen. Ja, unser Denken selbst. Was für eine großartige Zeit, 19 zu sein.

Über die Autorin

Dr. Bettina Ritter-Mamczek ist promovierte Kommunikationswissenschaftlerin, Trainerin, Moderatorin und Autorin und gestaltet seit mehr als 30 Jahren Lehr-Lernprozesse. Dabei greift sie auf ihre Erfahrungen, ihren umfangreichen Methodenwerkzeugkasten und ihr kreatives, innovatives Potential zurück. Sie initiiert stets wirksame und freudvolle Settings und gestaltet mit Gruppen, Teams und Einzelpersonen Lehr-Lernprozesse in ganz unterschiedlichen Themen- und Arbeitsfeldern. Sie lebt in Berlin und führt mit ihrer Kollegin Andrea Lederer die Geschäfte der splendid-akademie GmbH. Andrea hat in der Zusammenarbeit die Change-Brille auf und begleitet Prozesse und Veränderungen landauf und landab.