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„Wo stehst Du?“ – Wie Stimmungsboards im Training Türen öffnen
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Trainings, Seminare, Workshops

„Wo stehst Du?“ – Wie Stimmungsboards im Training Türen öffnen

Stimmungsboard mit Emojis

„Wie bist du dabei?“ oder „Was brauchst du heute?“…

Diese oder ähnliche sind oft meine ersten Fragen, wenn ein Training beginnt. Und meistens folgt erst mal: Verlegenheit oder Schweigen, weil die Antwort so groß erscheint, zu allgemein oder zu persönlich, je nachdem… Und weil wir im Alltag viel zu selten gefragt werden, was wir gerade brauchen.

Deshalb habe ich etwas entwickelt, das auf diese Frage sehr leicht und zugleich kraftvoll antworten lässt: Stimmungsboards. Kleine visuelle Einladungen, Oasen, voller Bilder, Begriffe, Zitate, Tiere, Symbole, Farben, Fragen oder Fundstücke. Kuratiert, gesammelt, ausgedruckt, auf Postkarten oder digital. Ich breite sie im Raum aus, auf einem Tisch, am Boden, oder online als Galerie. Und dann kommt der Moment: „Such Dir eines aus. Ganz spontan. Was spricht Dich heute an?“ Und plötzlich ist sie da, die Verbindung zur Gruppe, zum Thema, zum Workshop.

Was ist ein Stimmungsboard und was bewirkt es?

Ein Stimmungsboard ist für mich kein Moodboard im klassischen Design-Sinn. Es ist eher ein visuelles Resonanzfeld. Eine Collage aus Impulsen, die Assoziationen weckt und einlädt, sich für einen Moment zurückzulehnen und das Angebot auf sich wirken zu lassen.

Die Teilnehmenden wählen intuitiv ein Kärtchen aus, mit einem Tier, einem Zitat, einem magischen Wort, einem Symbol. Dann erzählen sie, warum sie genau das heute angesprochen hat. Das kann berührend sein. Heiter. Persönlich. Und immer wieder erstaunlich.

Die Wirkung?

  • Sofortige Aktivierung statt Verlegenheit
  • Konkrete Stimmungen statt Floskeln
  • Wertschätzung und Verbindung

Ob in Präsenz oder online, diese Methode funktioniert immer.

6 Varianten für den Einsatz in Trainings (Präsenz & online)

1. Check-in mit Karten

So geht’s: Du legst zu Beginn ein Stimmungsboard aus. Verschiedene Postkarten, Begriffe, Tiere, Zitate. Alle wählen still eine Karte aus und erzählen in einer kurzen Runde, was sie damit verbinden.
Wirkung: Achtsamer Einstieg. Fokus. Emotionale Nähe in der Gruppe.
Online: Per PowerPoint, PDF oder ein Tool wie Whiteboard oder Padlet.

2. „Stimmungstier“ mit Karten

So geht’s: Du legst Bilder von Tieren aus (gern auch skurril, fantasievoll, niedlich oder von mir illustriert unter BettinasArt).
Frage: „Welches Tier steht heute für Deine Energie, oder für das, was Du brauchst?“
Wirkung: Humorvoll und persönlich zugleich. Bringt Leichtigkeit und ermöglicht emotionale Selbstklärung.
Online: Tierbilder in einer Galerie oder als Screenshot-Übersicht.

3. Zitat-Galerie für Mut und Fokus

So geht’s: Du bereitest ein Stimmungsboard mit inspirierenden Zitaten vor, modern, klassisch, poetisch. Frage: „Welches Zitat begleitet Dich heute durch das Training?“
Wirkung: Anker setzen, Perspektiven öffnen, Kraftquellen entdecken.

4. „Wo stehe ich gerade?“  als ein Zwischenstimmungs-Board

Zeitpunkt: In der Mitte des Trainings / nach einem intensiven Input / nach einer Übung.
So geht’s: Du legst ein Stimmungsboard mit Bildern, Begriffen oder Symbolen aus, z. B. Kompass, Brücke, Fragezeichen, Leuchtturm, Nebel, Zielscheibe.
Frage: „Was beschreibt gerade am besten, wo Du stehst?“
Wirkung: Gibt Orientierung, zeigt Gruppendynamik, bringt Gefühle und Denkanstöße auf den Punkt.
Online: Per Folien, mit Screenshare oder interaktiver Galerie.

5. Reflexionskarten: „Was hat etwas bewegt?“

Zeitpunkt: Nach einer Diskussion, Teamarbeit oder einem komplexen Trainingsteil.
So geht’s: Stimmungsboard mit Begriffen wie Aha, Frust, Erkenntnis, Lücke, Mut, Richtung, Spiegel, Stille, Flow.
Frage: „Welche Karte steht für Deinen inneren Prozess in den letzten 30 Minuten?“
Variante: Jeder schreibt einen Satz zur gewählten Karte auf ein (digitales) Post-it.
Wirkung: Fördert Selbstreflexion, macht Entwicklung sichtbar, regt zum Austausch an.

6. Rückblick mit Postkarten

So geht’s: Am Ende des Trainings wählst Du ein Board mit ganz unterschiedlichen Karten, z.B. abstrakt, verspielt, fotografisch. Frage: „Welche Karte steht für das, was Du mitnimmst?“
Wirkung: Emotionale Reflexion und z.T. überraschende Erkenntnisse.
Online: Per PowerPoint mit Auswahl, Breakout-Rooms für Kleingruppen.

Warum ich nicht mehr ohne Stimmungsboards arbeite?

  • Weil sie visuelle Angebote sind, die mehr bewegen, als das gesprochene Wort, und weil sie damit Energie und Freude entfalten, ohne zu aufwendig und zu direkt zu sein.
  • Weil sie Menschen dort erreichen, wo Worte oft nicht hinkommen.
  • Und weil sie den Trainingsraum öffnen für echte Reflektion und wertvolle Kommentare.

Probiere es aus. Ob auf einem Tisch, als digitale Galerie oder per PowerPoint. Wenn Du Fragen hast oder Material brauchst – schreib mir gern. Ich teile meine Lieblingskarten, Fundorte und Tipps.

Blog Beitrag Stimmungsboard

Ich habe sehr, wirklich sehr viele Postkarten, Bilder, Boards entwickelt, weil ich einfach nicht genug davon bekommen kann – Abwechslung muss sein😊

Was brauchst Du heute? Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment für eine neue Karte im Kopf.
Hier deine Quelle zu unseren splendid Postkarten und zu unseren splendid Stimmungsboards.